Die eigene Vereinswebseite: Was sie dem Verein im Alltag bringt
Mittwochabend, Vorstandssitzung im Vereinsheim. Jemand fragt: „Haben wir eigentlich noch eine Webseite?” Drei Leute zucken mit den Schultern. Der Kassierer meint, die sei von 2016 und stehe noch irgendwo im Netz. Das Passwort kennt keiner mehr.
Das ist kein Einzelfall.
Im ersten Teil dieser Serie ging es um Digitalisierung im Verein allgemein und darum, warum viele Vereine das Thema vor sich herschieben. Den Beitrag finden Sie hier: Digitalisierung im Verein. Jetzt geht es um einen Baustein daraus: die eigene Webseite. Und um die Frage, ob sich der Aufwand lohnt, wenn der Vorstand ehrenamtlich ohnehin schon am Limit arbeitet.
1. Was passiert, wenn es keine Webseite gibt
Ihr Verein ist trotzdem im Netz zu finden. Nur nicht so, wie Sie es sich wünschen.
Ein Interessent sucht „Handballverein Sankt Wendel” und landet bei einem fünf Jahre alten Facebook-Post mit falscher Trainingszeit. Oder er findet gar nichts. Eltern, die ihr Kind zum Probetraining schicken möchten, suchen vergeblich nach einer Telefonnummer. Ob überhaupt noch Plätze frei sind, steht nirgends.
Beschwerden gibt es deshalb keine. Niemand ruft an und sagt: „Ich konnte Sie nicht finden.” Die Leute schauen sich einfach beim nächsten Verein um. Der Verlust passiert lautlos, deshalb bemerkt ihn auch keiner.
Intern sieht es oft ähnlich aus. Die Satzung gibt es nur als Ausdruck im Vereinsordner, wer wofür zuständig ist, steht nirgends gesammelt. Wer neu in den Vorstand kommt, fängt bei null an.
2. Was eine Webseite im Vereinsalltag löst
Dafür braucht es kein großes Projekt. Schon eine einfache Seite mit den Grundlagen verändert einiges.
Interessenten finden Sie, ohne den Vorstand anzurufen
Trainingszeiten, Ansprechpartner und ein Kontaktformular reichen. Wer sich für den Verein interessiert, hat in zwei Minuten alles, was er braucht. Und der Vorsitzende muss nicht aus dem Urlaub zurückrufen.
Neue Mitglieder kommen nicht mehr nur über Mundpropaganda
Ein Tennisverein aus der Nachbargemeinde hat vor einem Jahr eine schlichte Webseite mit Anmeldeformular eingerichtet. Seitdem kommen Anfragen über das Formular. Im letzten Frühjahr waren es drei neue Mitglieder, die den Verein nach eigener Aussage über Google gefunden haben.
Der Vorstand schreibt nicht mehr ständig dieselbe E-Mail
Statt zwanzigmal im Jahr dieselben Vereinsinfos zu verschicken, reicht ein Link. Klingt nach einer Kleinigkeit. Für einen ehrenamtlichen Vorstand mit knapper Zeit ist es keine.
Sponsoren sehen, mit wem sie es zu tun haben
Ein Unternehmen, das über ein Sponsoring nachdenkt, schaut sich vorher an, wie der Verein auftritt. Eine gepflegte Webseite mit aktuellen Terminen sagt dort mehr als jede Hochglanzbroschüre.
3. Was eine Vereinswebseite nicht sein muss
Hier liegt oft die größte Hürde. Viele Vorstände stellen sich unter einer Webseite gleich ein Großprojekt vor, mit Mitgliederbereich und Online-Shop. Das braucht kaum ein Verein.
Für die meisten reichen diese fünf Seiten:
- Startseite mit kurzer Vorstellung
- Über uns
- Angebote oder Abteilungen
- Termine
- Kontakt
Dazu kommen Impressum und Datenschutzerklärung.
Fünf Seiten, die stimmen, wirken professioneller als zwölf, von denen die Hälfte seit zwei Jahren niemand angefasst hat.
4. Die Pflege wird fast immer unterschätzt
Eine Webseite einzurichten ist das eine. Sie aktuell zu halten, ist der Teil, an dem es später meistens hakt.
Der Aufwand ist überschaubar. Wer einmal im Monat zehn Minuten investiert, Termine aktualisiert und ein Foto vom letzten Vereinsfest hochlädt, hält die Seite lebendig. Wer das schleifen lässt, steht irgendwann wieder da, wo die Geschichte oben angefangen hat: mit einer Seite, die zwar online ist, aber niemandem mehr hilft.
Was hier am meisten bringt, ist keine technische Lösung. Es ist eine feste Person im Vorstand, die sich darum kümmert.
5. Womit Sie anfangen sollten
Ihr Verein braucht nicht sofort die perfekte Webseite. Er braucht eine solide Basis, die sich mit wenig Aufwand pflegen lässt.
Ich würde deshalb nicht alles auf einmal umbauen, sondern mit einer einfachen Frage anfangen: Welche fünf Informationen braucht jemand, der Ihren Verein zum ersten Mal sucht? Genau die gehören zuerst online. Der Rest kommt nach und nach dazu.
Ich unterstütze Vereine im Saarland bei genau diesem ersten Schritt, mit einer Webseite, die zum Vereinsalltag passt und sich ohne großen Aufwand pflegen lässt. Wenn Sie überlegen, wie das bei Ihrem Verein aussehen könnte, schreiben Sie mir gerne.


